Die matriarchale Wertlosigkeit von Kindern und Vätern

Was wäre von einem Mann zu halten, der ein Kind will, aber nicht die Mutter? Ich glaube nicht, dass er auf viel Verständnis stoßen würde. Einem Kind bewusst die Mutter vorzuenthalten würden die meisten verurteilen – im Interesse des Kindes, im Interesse der Mutter, die vielleicht gegen ihren Willen von ihrem Kind ferngehalten wird. Dieser Mann müsste sich wohl rechtfertigen. Man würde sich fragen, was das eigentlich für einer ist, der sich einer gleichberechtigten Beziehung auf Augenhöhe – eben mit der Mutter – entledigen will und sich stattdessen einen kleinen Menschen anschafft, über den er die absolute Allmacht ausüben kann: Keine Kompromisse, allein mein Willen zählt!

Was wäre von einer Gesellschaft zu halten, in der viele solche Männer ihren Willen bekommen? Ein Patriarchat, in welchem Männer ihren Besitzanspruch auf ihr Eigentum durchsetzen, die dazugehörigen Mütter ausgrenzen, was zur Folge hat, dass Millionen von Kindern bei „alleinerziehenden“ Vätern aufwachsen, die sich ihr egoistisches Lebensmodell von eben dieser entsorgten Mutter oder dem Steuerzahler bezahlen lassen? Man würde wohl zu Recht diagnostizieren, dass diese Gesellschaft extrem mütterfeindlich wäre, besonders wenn man bedenkt, dass die Mütter gegen ihren Willen von ihren Kindern ferngehalten werden. Und wenn man den Blick auf das Kind lenkt auch, dass sie kinderfeindlich ist, denn Alleinerzogene sind weit mehr gefährdetet im Leben zu scheitern, in der Schule abzuschmieren, zu Drogen zu greifen, im Gefängnis zu landen, in Armut zu enden.

Im tibetischen Buddhismus genießt die Mutter höchste Anerkennung und Wertschätzung (Väter werden hin und wieder am Rande erwähnt). Die Güte der Mutter wird als Vorbild gelehrt, um selbst liebevolle Güte mit allen fühlenden Wesen zu entwickeln. Denn da wir alle seit anfangsloser Zeit existieren, immer wieder wiedergeboren werden, waren alle fühlenden Wesen schon mal unsere Mütter, weshalb man alle fühlenden Wesen auch genauso behandeln soll: Mit Liebe und Mitgefühl. Kinder und Mütter systematisch zu trennen und ihnen damit die liebevolle Güte zu entziehen, würde auf wenig Beifall stoßen. Dass hierzulande Leihmutterschaft verboten ist, ist (vermutlich) auch auf die Wertschätzung von Mutterschaft zurückzuführen. Mütter sind eben mehr als nur „Gebärmaschinen“.

Anders Vaterschaft: Hier haben Mütter die Macht, den Vater zu entsorgen, ihn aus dem Leben ihrer Kinder entfernen. Wer weiß – was hier und heute nicht selbstverständlich ist – dass sowohl Kinder ihre Väter als auch Väter ihre Kinder lieben, weiß auch, dass sich hinter dieser Barbarei unermessliches Leid verbirgt. Die Selbstmordrate von Trennungsvätern ist um ein vielfaches höher als die der Restbevölkerung. Aus feministischer Sicht ist das zu verschmerzen bzw. wird mit Hohngelächter quittiert, denn Alleinerziehen wird als Überwindung des „Patriarchats“ verstanden.

Als aktuelles Beispiel dafür kann man Antje Schrupp – eine der einflussreichsten Feministinnen Deutschlands – hernehmen, die mit Männern genau das macht, was umgekehrt die Frauenbewegung aufs entschiedenste anprangerte – die Reduzierung der Frau zur Gebärmaschine: Für Schrupp ist ein Mann nur ein „Samenspender.“ Ihr zufolge funktioniere die klassische, heterosexuelle Ehe nicht mehr, in welcher sich der Mann als Müllkutscher, Kanalarbeiter und Bergmann selbst verwirklichte und die Institutionen besetzte. Das ging zu Lasten der Frauen, die zu Hause bei den Kindern versauerten und damit nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben konnten. Nein, Scherz beiseite, Schrupp gehört zur Elite und so behandelt sie das Thema: Arbeit nicht als Plackerei, die man gerne an den Nagel hängt, wenn sich die Gelegenheit bietet, sondern als „Selbstverwirklichung“ und „Karriere“. Und damit die Frau von heute diese Ziele besser verfolgen kann, soll der Vater weg. Warum? Ist mir auch nicht ganz klar, es gilt aber: „Eine Frau soll keinen Mann brauchen müssen, um ein Kind zu gebären.“

Was einem bei diesem Satz als erstes ins Auge stechen sollte, ist, dass nicht das Kind sondern die Frau im Zentrum von Sollen und Wollen steht. Sie sagt nicht, dass es für ein Kind nicht gut sei, wenn der „Samenspender“ auch gegen den Willen der Mutter seinem Kind ein Vater sein kann (so wie die Mutter gegen den Willen des Vaters ihrem Kind eine Mutter sein kann). Aber selbst wenn sie das gesagt hätte, es lässt sich anfechten. Denn wenn man die die Rechte von Gebärmaschinen und Samenspendern aus des Sichtwinkel des Kindes betrachtet, dann ist weder die Mutter ausschließlich gut für den Nachwuchs noch der Vater ausschließlich schlecht. Die Mutter kann Alkohol- und anderweitig abhängig sein. Sie kann ihr Kind abtreiben, und angesichts der zigtausenden von Abtreibungen, die Schwangere vornehmen, lässt sich die Theorie einer vorgeburtlichen Urbindung zwischen Mutter und Kind in Zweifel ziehen. Gleichzeitig ist es durchaus denkbar, dass ein Vater absolut zur Sorge geeignet ist im Vergleich zu einer überforderten Mutter, die ihr Kind weg zu Fremden gibt, zur Adoption frei gibt, wie Schrupp ja auch als eine der vielen Freiheiten anspricht – für die Frau. Aus der kindlichen Perspektive macht es also absolut keinen Sinn, der Mutter alle Rechte zuzusprechen und dem Vater alle Rechte zu entziehen.

Wie genau macht eine Schwangerschaft aus der Mutter den besseren Elternteil?

Schrupp zufolge sollte der Vater nicht nur rechtlos sein, gleichzeitig soll er auch nicht zu Unterhalt verpflichtet werden. Das ist schlau ausgedacht: Wenn der Vater nämlich Unterhalt zahlt, besteht immer noch eine Verbindung zwischen Kind und Vater. Im Matriarchat aber existieren keine Väter. Die Etablierung des Matriarchats führt über die endgültige Auslöschung der Vater-Kind-Beziehung.

Denn was Schrupp vorschlägt, ist nichts anderes: Die Mutter und ihre Kinder sollen über Steuern finanziert werden. Damit ist der individuelle Vater ausgerottet und stattdessen zahlt der kollektive Mann, der auch in Zukunft den Löwenanteil der Steuern zahlt. Ja, ein Matriarchat: Väter genießen keinerlei Rechte, sollen aber mit ihrer Arbeit die matrifokale Gesellschaft am Leben halten.

Wem nicht aufgeht, dass dies falsch ist, für den ein Gedankenexperiment: Da die Männer keinerlei Rechte genießen, sind sie – auch kollektiv – von den Pflichten frei zu stellen. Sprich: Sie müssen nicht mit ihren Steuern die selbstsüchtigen Lebensmodelle der Alleinerziehenden finanzieren. Damit bleibt nur noch, dass dies die Frauen machen müssen. Es wird also eine Frauensteuer eingeführt, damit wie von Schrupp vorgeschlagen Kindererziehen nicht durch einen Vater sondern durch Steuern finanziert wird. Ich denke, die Frauen, die keine Kinder haben und auch keine wollen, würden sich bedanken: Warum soll ich mit meiner Arbeit die mütterlichen Selbstverwirklichungswünsche anderer bezahlen? Es geht aber noch weiter. Wenn zuviele oder radikal gedacht alle Frauen in die Mutterschaft gehen, könnten sie nicht mehr die Mittel erwirtschaften, diese Lebensmodelle zu unterhalten et voilà: Auf einmal sind Männer wieder notwendig – dort wo sie aber etwas leisten genießen sie im Gegenzug auch Rechte, womit das Schruppsche Modell durch keinerlei moralische Legitimation getragen wird – was Frau Schrupp aber egal ist, denn – Feminismus in einem Satz: Ihr geht es nicht darum, was der Frau gerechterweise zusteht, sondern was die Frau will (Video, 90 Sekunden – empfohlen).

Und damit kommen wir zu den Kindern. Das wichtigste kommt nicht ganz zum Schluss. Schrupp berichtet, dass sie die Vorstellung, dass „da irgendwas“ in ihrem Bauch wächst, als beängstigend empfindet. Sie pflegt keinen liebevollen Blick auf das Ungeborene und auch nicht auf die Geborenen. Nicht deren Bedürfnisse stehen im Zentrum, es zählen allein die Interessen und Wünsche der Frau, Schrupp:

Du kannst abtreiben, das ist nicht sozial stigmatisiert. Du kannst auch das Kind bekommen und allein oder mit anderen Leuten großziehen. Es gibt dafür gesellschaftliche Unterstützung, du stürzt dadurch nicht in Armut. Oder du kannst das Kind zur Adoption freigeben, und auch dann erfolgt keine Stigmatisierung. Eine Frau soll keinen Mann brauchen müssen, um ein Kind zu gebären.“

Mach mit dem Kind, was Du willst, alles gut, alles richtig, Hauptsache, Du bekommst deinen Willen! Das zeigt, dass Väterfeindlichkeit ganz eng mit Kinderfeindlichkeit zusammenhängt. Um das zu verdeutlichen seien mal wieder die Geschlechter getauscht: Man stelle sich vor, man würde über die Mütter so hinwegtrampeln, wie man es mit Vätern tut, sie willkürlich von ihren Kindern trennen. Dass darunter nicht nur die Mütter sondern auch die Kinder leiden würden, dass man ihre Interessen massiv verletzt, dürfte jedem einsichtig sein. Indem ich die Interessen von Vätern missachte, missachte ich zugleich auch die der Kinder, die entwurzelt werden, wenn man ihnen den Vater vorenthält. Für Kinder ist es ein existentielles Bedürfnis, ihre Eltern zu kennen, wie man sowohl von adoptierten Kindern weiß als auch von Kindern aus Samenspenden und das teils drastisch: Habe ich überhaupt ein Recht zu existieren?

Ein kluger Mann sagte mal, dass man immer von Dummheit ausgehen sollte wenn möglich und nicht von Bösartigkeit. Wenn aber Mütter um diese Bedürfnisse ihre Kinder wissen, sie aber übergehen, kann ich mir kaum noch helfen, mein Mitgefühl nicht zu verlieren. Ein Beispiel wäre Edith Schwab. Ihres Zeichens Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und Vorsitzende des mit Millionenmitteln geförderten Vereins „Alleinerziehender Mütter und väter“. Sie weiß um das existentielle Bedürfnis des Kindes nach seinen Wurzeln, nach seinem Vater. Das ist für sie aber kein Grund, deshalb diesem Wunsch seine Erfüllung zu ermöglichen. Stattdessen leitet sie dazu an, mit schmutzigen Tricks daran zu arbeiten, dass die Bedürfnisse und Wünsche des Kindes keinerlei Schwierigkeiten bei der eigenen (!) Selbstverwirklichung bereiten: Na, am besten, Sie lassen den Vater einfach sterben – Väterfeindlichkeit geht Hand in Hand mit Kinderfeindlichkeit.

Was wäre von einer Frau zu halten, die ein Kind will, aber nicht den Vater? Nach Schrupp hat jede Frau jedes Recht dazu. Schrupp ist meines Wissens gläubig. Dabei hört sie vermutlich auf eine „Göttin“. Diese wird ihr einflüstern, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Aber angesichts dessen, dass die Politik, für die Schrupp steht, zu großen Leiden führt, denke ich eher, dass sie da auf einen Dämon hört.

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2 Kommentare zu „Die matriarchale Wertlosigkeit von Kindern und Vätern

  1. „Wem nicht aufgeht, dass dies falsch ist, für den ein Gedankenexperiment: Da die Männer keinerlei Rechte genießen, sind sie – auch kollektiv – von den Pflichten frei zu stellen. Sprich: Sie müssen nicht mit ihren Steuern die selbstsüchtigen Lebensmodelle der Alleinerziehenden finanzieren.“

    Ein kluger Gedanke. Auf den bin ich nicht gekommen. Wunderbar mit der letzten Konsequenz ad absurdum geführt.

    Ich habe auch einen Artikel zum Interview mit Schrupp geschrieben.

    https://dekadenzkritik.wordpress.com/2019/08/23/vaterschaft-und-schwangerschaft-das-feministische-gesellschaftsbild-der-antje-schrupp/

    Vielleicht können Sie damit auch etwas anfangen.

    Es grüßt
    Dekadenzkritik

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